Der Flat

Flat Coated Retriever

Herkunft und Geschichtliches

Der Flat Coated Retriever entstand im 19. Jahrhundert durch Kreuzungen des Wavy Coated Retrievers (auch St. Johns Dog genannt) mit Settern und collieartigen Hunden in England.

Vor dem Ersten und zwischen den beiden Weltkriegen war der Flat Coated Retriever als eleganter Arbeitshund besonders beim englischen Adel sehr beliebt und verbreitet.

Während des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit verschwanden fast alle Flat-Coated-Zwinger: Nur wenigen Züchtern, die unter schwierigsten Bedingungen weitermachten, ist es zu verdanken, dass diese Rasse nicht ausgestorben ist.

Soviel zum Geschichtlichen…kommen wir nun zum Aussehen …

Der Flat ist mit Sicherheit der Eleganteste unter den Retrieverrassen. Sein Körperbau ist kraftvoll mit einer ausgeprägten Brust. Kopf und Schädel sind lang, die Augen sind dunkel- oder haselnussbraun, mit sehr sanftem Ausdruck und ein vollständiges Scherengebiss ist erwünscht. Die Ohren sind klein und eher hoch am Kopf angesetzt. Die Hinterhand sollte muskulös, aber nicht übertrieben stark gewinkelt, sein. Die Rute wird freundlich, jedoch nicht weit über der Rückenlinie, getragen. Das Haarkleid ist meist glatt, dicht und mit wasserabstoßender Unterwolle. Die Farben sind schwarz und leberbraun. Selten gibt es auch gelbe Flats. Diese erhalten zwar den Abstammungsnachweis, sind allerdings von der Zucht ausgeschlossen.

… und dem Charakter des Flats

Der Flat hat einen ausgeprägten Finde- und Apportierwillen. Er ist kreativ, einfallsreich und  ein wenig eigensinnig. Wenn sich ein Flat etwas in den Kopf setzt, bedarf es Überzeugungskraft ihn wieder „auf Spur“ zu bringen. Doch gerade diese Selbstständigkeit und Kreativität macht den Umgang und vor allem die Arbeit spannend und oftmals auch sehr lustig. Merkt ein Flat, dass er jemanden belustigt, wird er es genießen, der „Kasperl“ zu sein. Zusätzlich sagt man dem Flat auch ein gewisses Maß an Sensibilität nach.

Natürlich kann man einem Flat Gehorsamkeit beibringen, es gilt jedoch die allgemeine Aussage, dass ein Flat einfach ein wenig länger in seiner physischen und psychischen Entwicklung braucht als andere Retriever.  Wenn Sie einen Hund suchen, der schnell automatisiert Befehle ausführt, ist der Flat nicht der richtige Hund für Sie.

Wenn Sie allerdings die Bindung zwischen Ihnen und Ihrem Flat aufgebaut haben und das gegenseitige Vertrauen da ist, werden Sie mit Aufmerksamkeit, Liebe und unerschütterlichem „will to please“ belohnt. (will to please = Wunsch zu gefallen).

Flats sind sehr „besitzerbezogene“ Hunde, d.h. ein Flat weicht Ihnen kaum von der Seite, er beobachtet Sie intensiv und lernt aus diesen Beobachtungen und er versucht stets Ihnen zu gefallen.

Sie werden merken, dass die meisten Flats Ihnen alles apportieren was nicht „niet-und nagelfest“ ist, wie z.B. Schuhe, Briefe, Gewand, Polster und viele andere Dinge (denken Sie an die Kreativität des Flats!). Unser Ruffy apportiert unter anderem z.B. leidenschaftlich den ausgeleerten Altpapier-Sammelkorb und ist glücklich, wenn er diesen bis ins Haus zurücktragen darf.

Ganz wichtig auch zu erwähnen, dass der Flat ein absoluter Familienhund ist. Ob Kinder, andere Haustiere, ältere Personen, Freunde, der Briefträger…egal wer sich in Ihrem Umfeld aufhält- der Flat wird ihn/sie mögen.

Der Flat braucht allerdings auch eine sowohl geistige als auch körperliche Beschäftigung. Hierzu eignet sich aufgrund seines Bringtriebes die Apportierarbeit (Dummyarbeit), bei der man Flats, ihren Anlagen entsprechend, optimal fördern kann. (Zur Erklärung: Dummys sind mit Sand gefüllte Säckchen, welche mit einem robusten Stoff umzogen sind. Diese sind in verschiedenen Größen, Farben und Materialen erhältlich.) Aber auch für die Rettungshundearbeit, Obedience (Gehorsam) und natürlich für die Jagd ist der Flat absolut geeignet.

Und natürlich lieben Flats (wie alle Retriever) das Wasser und sind leidenschaftliche Schwimmer. Dies gilt übrigens auch für Wasserlacken und Regen! Stellen Sie sich daher auf Spaziergänge bei jedem Wetter ein!